Monatsarchiv: Oktober 2010

Rant einer (meist) nicht mehr gestressten Mutter

Liebe Eltern und solche die es werden wollen;

Entgegen populären Theorien sind Kinder weder aus Glas, noch aus Zucker. Klar sollte man ein ein Neugeborenes nicht als Football benutzen, das sagt uns der gesunde Menschenverstand, aber ansonsten? Kein Kind wird daran zu Grunde gehen, weil es im Babybjörn mal mit dem Gesicht nach vorne getragen wird. (Aber der Rücken, und die Reizüberflutung… *gnahgnagnah*) Und kein Kind wird am nächsten Tag zusammenbrechen, weil sich die Mittagschlafzeit um 15 Minuten verschoben hat.  Liebe Mütter, übertragt nicht immer euer eigenes Schlafdefizit auf eure Kinder.  Die dürfen auch mal müde sein. Zumal sie sich ja bei bedarf auch einfach in eine Ecke legen können und ihren Schlaf dann nachholen, wenn sie lustig sind. Schadet nix, im Gegenteil, dafür darf man dann als Mutter mal entspannt nen Kaffee trinken.

Man muss ein Kind zum Radfahren lernen auch nicht in eine komplette SWAT Uniform stecken. Fahrradhelm reicht völlig aus. Wie soll sie ein 3-Jähriges Kind mit Ellbogen, Schienbein- und Hangelenkschützer denn auf einem Farhrrad bewegen lernen? Aber vorallem lasst sie doch um himmelswillen mal Dinge allein Machen.

Werte Eltern, besonders werte Mütter, auf dem Spielplatz habt ihr genau eine Aufgabe: Kinder hinbringen und ggf mit Essen und Trinken versorgen. Ansonsten haltet euch raus. Lasst die Kinder spielen. Die lernen viel schneller auf den Turm zu klettern oder die große rutsche runter zu rutschen wenn sie sich das von anderen Kindern abgucken. Mama und Papa gehören zu „den Größen“ und haben somit auf dem Spielplatz nix zu sagen und die Sandkiste nur in absoluten Notfällen zu betreten. Und wenn ein Kind bestimmte Dinge noch nicht kenn lernt es das schneller und effektiver wenn es einmal auf dem Hosenboden landet.  In diesem speziellen Fall hab ich auch beobachtet, dass Väter im allgemeinen etwas entspannter damit umgehen.

Fallbeispiel (hahaha): Kind fällt hin. Was nun? Die durschnittliche Mutter auf dem Spielplatz nebenan fängt beinahe an zu hyperventilieren, rennt zu ihrem Kind und betüddelt es. Dann sitzt Kind gerne erst mal 10 auf Mamas Schoß bis das schreckliche, unglaubliche Qualen verursachte Aua wieder weg ist. Der durchschnittliche Vater sagt meist eher: Na los, aufstehen und nochmal versuchen! Und ja, ich weiß, es kommt auf das Buch an, aber im allgemeinen täte uns etwas weniger Überelterntum und etwas mehr Entspanntheit wirklich gut.

Und vorallem: Weniger Termindruck. Ein Kleinkind braucht nicht 5 feste Termine in der Woche. PEKIP, Kinderturnen, Kinderschwimmen, Spielgruppe,  Kindertanzen, Babymassage, Mutter-Kind-Turnen…Alles nett (na, ok, bis auf „Wir machen aus Krabbeln eine akademische Wissenschaft“-PEKIP vielleicht 😉 ) aber ein Ding pro Kind reicht völlig aus. Denn Kinder sind zwar toll, aber auch nicht der Mittelpunkt des Universums. Und so wie wir Eltern uns anpassen müssen wenn die Kinder kommen können auch Kinder schon früh lernen, dass  sich nicht immer alles nur um sie dreht. (Säuglinge in den ersten paar Monaten maol ausgeschlossen, ne? 😉 )

Wo wollte ich eigetlich hin mit diesem Rant? Keine Ahnung mehr. Auf jeden Fall hab ich gerade gut reden, Kind 1 macht Urlaub in Holland und Kind 2 schläft den Schlaf der Gerechten.  Beie können sie übrigens auf dem Spielplatz (trotz geringen Alters) schon sehr gut alleine behaupten. Bei Spielzeugwegnehmern wird nicht mehr nach Mama gerufen sondern Johanne tackelt und David wrestlet das Spielzeug aus den Armen des anderen Kindes. Verletzte gibt es dabei nur selten, (Stolz mal nicht mitberechnet) neue Freunde dafür trotzdem.

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La cucina – mjam

Da ich es in letzter Zeit öfter erläutert habe heute mal einen Ausflug in die Welt der Kochkunst. Und zwar zum Thema Bolognese.

Die Geschichte der Bolognese, also eine Sauce nach Art und Tradition der Stadt Bolognia, ist eine Geschichte vollter Missverständnisse. Hierzulande wird einem nahezu jede Sauce mit Hackfleisch als Bolognese verkauft. Die gute alte Bolgnese aus dem Glas im Supermarkt hat dabei nur noch wenig mit dem Original zu tun. (Ungefähr soviel wie Sushi mit der Bayrischen Küche.)

Um eine Bolognese zu kochen braucht man vorallem eines: Zeit. „Ich mach mal schnell Spaghetti Bolognese“ ist ein Satz der so nicht funktioniert. Alles in Allem braucht man je nach Intensität der Soße 1 1/2 bis 2 Stunden. Was man nicht braucht sind vorallem: Tomaten! Entgegen gängigen Vorstellungen haben Tomaten ursprünglich in einer Bolognese (und somit auch in einer Lasagne al Forno) nichts zu suchen.  Die Gemüsesorten in einer Bolognese sind Karotten und Sellerie zu gleichen Teilen sowie Zwiebeln und Knoblauch. Für die Farbe und eine leichte Tomatennote verwendet man Tomatenmark.

Bolognese Ragù nach der Accademia Italiana della Cucina:

 

  • 300 g Hack (gemischt)
  • 150 g Speck (mager)
  • 50 g Karotten (in kleinen Würfeln)
  • 50 g Sellerie (in keinen Würfeln)
  • 1 große Zwiebel (in kleinen Würfeln)
  • 4-5 EL Tomatenmark
  • 200 ml Vollmilch
  • 200 ml trockener Rotwein
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz und Pfeffer, etwas Zucker

Zuerst brät man den Schinken an, ohne Öl und lässt ihn anschließend auf Haushaltspapier abtropfen. Dann prät man das Hackfleisch in einem EL Olivenöl scharf an. Zwischendurch gerne mit Mehl bestäuben damit sich keine Flüssigkeit bildet. Nun kommen die Karotten, der Sellerie sowie Zwiebeln und Knoblauch dazu und werden eine Weile mitgedünstet. Der Speck wird wieder hinzugegeben und das Tomatenmark und etwas Zucker ebenfalls. 1-2 Minuten alles auf hocher Stufe dünsten. Das Lorberblatt hinzugeben und nach und nach etwas Milch und Rotwein zugeben. Einkochen lassen. Diesen Vorgang wiederholen bis der gesammte Wein und die gesammte Milch eingekocht ist. Mit Salz und Pfeffer ein wenig würzen und das Ganze 1 1/2 bis 2 Stunden schmoren lassen. Erst nach der langen Garzeit hat man das volle Aroma.Optional wenn man es besonders cremig mag gibt man am Ende der Garzeit noch ein wenig Sahne hinzu.
Warnung: Einmal so gegessen schmeckt das Zeugs aus dem Glas nicht mehr… 😉

Natürlich kann man auch dieses Rezept in eine vegetarische Variante abwandeln. Allerdings empfiehlt es sich, dass Hack durch einen Fleischersatz wie Tofu zu ersetzen, nicht durch Gemüse, da Gemüse die Milch und den Wein nicht richtig aufnehmen kann. Zusätzlich kann man den speck durch eine zweite Zwiebel ersetzen um etwas mehr Geschmack zu erhalten.
Gute Apetit!